Ansichtssachen (VIII)

Die Generation meiner Eltern – also die zwischen etwa 1920 und 1940 Geborenen – beschäftigt mich seit geraumer Zeit. Auch kulturwissenschaftlich. Sollte ich einen durchschnittlichen Mann dieser Generation allegorisch abbilden, dann etwa so wie in den beiden Photographien. Mehr dazu in einem späteren Beitrag

 

 

 

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12 Gedanken zu „Ansichtssachen (VIII)

      • eine für mich sehr merkwürdige Generations-Zusammenfassung, denn für mich als 1942 Geborene ist charakteristisch, dass „meine Elterngeneration“ kurz vor oder während des 1. Weltkriegs geboren (1905-1918) und in der Weimarer Republik bzw im „Dritten Reich“ erwachsen wurde. Nie käme ich auf den Gedanken, die zwischen 1920-1940 Geborenen zusammenzufassen, da letzteren ja die Erfahrung des Nazi-Reichs abgeht. Da sieht man mal wieder, wie stark die persönliche Perspektive die Zeitläufte gliedert.
        Die Bild-Assoziation verstehe ich nicht.

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        • Vielleicht wäre „Gruppe“ unverfänglicher als Generation. Mag sein.
          Die Menschen dieser Gruppe haben als Kinder bzw. Jugendliche das Dritte Reich erlebt und die meisten waren sogar Mitglieder einer der parteilichen Formationen. Insofern macht diese Zusammenfassung schon Sinn. Überdies haben diese Menschen durchweg konkrete eigene Erinnerungen aus der Zeit vor dem Kriegsende.
          Ich habe zu diesem Bild auch nichts weiter geschrieben. Da geht es um Männer. Eine fotografische Allegorie von Frauen sähe anders aus.
          Alles weitere, wie ich im Beitrag schrieb, werde ich vielleicht ausführlicher in einem Bericht beschreiben. Und zwar an Beispielen, die kollektiv wahrnehmbar sind.
          Leider leben in meinem Umfeld noch zu viele dieser Jahrgänge und zumindest deren Kinder, die meinen Blog auch lesen, würden bestimmt einige ihrer Anverwandten erkennen…

          Schöne Grüsse aus dem sonnigen Norden

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  1. Meine Eltern 1914 und 1915 geboren würde ich auch nicht mit diesem Bild in Verbindung bringen, meinen Vater schon gar nicht, der doch zwangsrekrutiert wurde, da er eigentlich, weil auf einem Auge blind, nicht waffentauglich war und dann erst 1951 aus russ. Kriegsgefangenschaft zurückkam. Man hat diese Generation auch um sehr viel gebracht, um Heimat, Verlust der Söhne, Partner, Kinder und um so eine Zeit, in der ich aufwachsen konnte – nämlich in Frieden und Freiheit. Hitler und Konsorten wiederholen sich in der Geschichte überall, auch das Hurrageschrei – es gab aber genug, die nicht dazu gehörten.
    Lieber Herr Ärmel: ich mag das Bild nicht.
    mit trotzdem sonnigen Gruß vom Dach, Karin

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    • Liebe Frau Karin, ich habe die Menschen, die zwischen 1920 und 1940 geboren worden sind, erwähnt. Ich habe über diese Menschen nichts weiter geschrieben. Ich habe lediglich eine Photographie und dann noch einen Ausschnitt dieser Fotografie gezeigt.
      Wenn Sie das Bild nicht mögen, dann müssen wir beide das so hinnehmen.
      Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Restabend und eine gute Nacht,
      Herr Ärmel

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  2. Hm, rätselhaft für mich, sagen wir mal auf jeden Fall ’negativ‘.
    Auch die Kommentare, gerade die Eltern meiner Generation, teils die spät in den 30en Geborenen haben vermehrt ausschließlich negative Erinnerungen. Der Vater war weg, die ersten Erinnerungen sind mit der Flucht vor Bombenhagel verbunden, keine glücklichen Kindheiten. Nur Traumata. Etwas ältere Eltern waren dagegen bereits Kriegsteilnehmer, wenige Jahre machen da gewaltige Unterschiede – so meine Auffassung.
    Das geht ja weiter, für späte Kriegsheimkehrer war der Zug abgefahren, denn zurückgebliebene ’systemrelevante‘ Menschen führten den heimischen Betrieb weiter und hatten im neuen Deutschland ‚etwas erreicht‘, die anderen nur verloren, auch den Anschluss, ans Leben, die Arbeit, die Familie.
    „Systemrelevant“, also ein echtes Unwort. Von Menschen definiert. Da haben wir es.
    „Leider leben in meinem Umfeld noch zu viele dieser Jahrgänge“, das klingt schon sehr verbittert. Da könnte man hineindeuten – was ich nicht tue – dass das alles heute nicht mehr passieren könnte.

    „Wer für Wahrheit und Philanthropie nicht auch zuweilen sogar ein Narr seyn kann, ist übermenschlich weise, oder faselt nur von beiden.“
    J.G. Seume

    So. Ich gehe jetzt Fotos auswerten von meinem vierten Rundgang durch die heute nicht mehr ganz leere Kleinstadt.
    Passend dazu:
    „Living in a Ghost Town“
    The Rolling Stones (2020)

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    • Dass „in meinem Umfeld noch viele Menschen dieser Gruppe leben“, meine ich nicht verbittert. Mir erschwert es lediglich, darüber zu schreiben, zumindest öffentlich. Ich sehe an den Kommentaren, was alleine der Anblick einer Fotografie an Emotionen auszulösen vermag.

      Das Zitat von Seume kann ich nicht zuordnen, obwohl ich mich mit Seume ziemlich intensiv beschäftigt habe.
      Für den diskreten Hinweis auf das neue Stük der Stones danke ich Ihnen. Ich habs mir gleich angehört. Sie waren mal meine Lieblingsband. Aber dauernd rapid fisheye und dann noch der Text dazu – das sind nicht mehr „meine Stones“…

      Endlich im Briefkasten: Barbara Sukowa & The X-Patsys – Devouring Time (2010)

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      • Ich bin da an dem Wort ‚Leider‘ hängengeblieben.
        Seume war ein zeitgleiches zufälliges 🙃 Internet Suchergebnis, die Stones eben auch. Und so hab ich beide in der Antwort verwurstet. Wenn man so will, war meine Antwort eine Zusammenfassung meiner in diesen Minuten erfolgten Netzaktivitäten, zumindest 50% davon, ich wollte nicht übertreiben…
        Die Post ist wohl der kleine Cousin der Bahn….
        (Fleetwood Mac – Rumours / 1977)

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  3. Ich kenne wunderbare Menschen in diesen Geburtsjahrgängen, die diese Charakterisierung nicht verdienen, offene Menschen, Künstler und Musiker. Meine Eltern, 1920 und 1926 geboren, fühlten sich vom Leben betrogen, mein Vater verstand nie, warum die Kriegstreiber nach seiner späten Rückkehr aus der Gefangenschaft wieder das Sagen hatten. Beide kämpften um etwas Glück, für ein Haus und das, was sie für gediegen hielten, verloren sich im vielen Arbeiten und starben früh(53 und 63 Jahre). Sie waren nicht fromm, ihre Angepasstheit warf ich ihnen als Jugendliche vor. Und die alten Bretter von Nägeln zu befreien, war immer selbstverständlich, weil immer gespart wurde.

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    • Liebe Frau Roswitha, ich danke Ihnen für Ihren Kommentar. Was Sie mit Charakterisierung meinen, verstehe ich nicht im Zusammenhang mit meinem Beitrag. Und wunderbare Menschen, die in jener Zeit geboren worden sind kannte und kenne ich auch.
      Was mir jedoch gut gefällt, ist Ihr Hinweis darauf, „die alten Bretter von Nägeln zu befreien…“

      Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht und bleiben Sie gesund,
      Herr Ärmel

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