Ansichtssachen (XVI)

Im Spätsommer wird der alte gusseiserne Bräter aus dem Keller geholt. Ein schweres Trumm. In diesem Jahr beginnt die Brätersaison mit dem Kochen von leckerem Latwersch. Die Alten sagten oftmals auch Latwerje zum Pflaumenmus. Eingedickt und fast schwarz muss das Mus sein. Wenig Zucker, Zimt und einige andere Zutaten.
Ich erinnere mich noch wie auf den Bauernhöfen in der Nachbarschaft Latwersch gekocht worden ist. Im grossen Kessel, in dem auch die Wäsche gekocht wurde und der Brei für die Schweine. Unvergessliche Bilder, die heutzutage nicht mal mehr in einem Freilichtmuseum erlebbar sind.

In einem der Nachbardörfer wird der Blues mit Texten im südhessischen Dialekt gespielt. Passend zum Quetscheschnippeln.

 

 

 

 

 

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22 Gedanken zu „Ansichtssachen (XVI)

  1. Pflaumenmus war mir immer zu klebrig! Ich esse für mein Leben gern ein ordentliches, selbst gemachtes Stück Pflaumenkuchen, natürlich aus Zwetschgen, mit Schlagsahne. Im Übrigen sehen die leckeren Pflaumen im Bräter auch wie Zwetschgen aus…

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  2. Meine Mutter kochte in den Hungerjahren die Zuckerrüben in einem solchen eingemauerten Kessel, der von unten mit Holz geheizt wurde, ein, wenn sie ihn nicht für die große Wäsche brauchte. Es war schwere Arbeit, aber am Ende blieb am Kesselboden die dunkle klebrige Masse des Sirups („Rübensaft“) übrig, der uns als leckerer nahrhafter Brotaufstrich sehr wertvoll war.

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  3. Herrlich, den Riedblues mal wieder zu hören, es war ein beliebter Song im abendlichen Lagerfeuerrepertoire der Freizeiten im Wildpark, GG.
    Und just an diesem Wochenende gäbs in der Heimatkommune Quetschekuche satt, weil, es wäre ja Kerb.
    Dafür gibts jetzt Corona und ich weile – ohne lecker Latwerje – im Norden der Republik und höre mir gleich nochmal den schönen Riedblues an.

    Herzliche Grüße ins Bembel- und Quetscheland
    von den Ribbes

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    • Ich erstaune ob der Ruhe rundumher. Und ich geniesse sie. Kerb gehört vielleicht auch zu den Ritualen, die wir nicht mehr brauchen.

      Nichts währet ewiglich.

      Selbst wir nicht nicht. Leider!

      Die Latwerje dampft auf dem Feuer. Wir denken an Sie und senden herzliche Grüsse in den Norden,
      Herr Ärmel

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  4. Der Zwetschgenbaum bei uns im Garten ist schon älter und trägt nicht mehr viel Früchte. Die paar Kilo werden tiefgefroren und kommen aufgetaut auf den Kuchen. Dafür gibt es dieses Jahr eine reiche Apfelernte: Pro Specie Rara Sorte (Schneider). Ein guter Tafelapfel, den ich sehr schätze.

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  5. Ein gediegener Herbsteintrag, wie von Mutter Erde persönlich. „Trumm“, bestes, knackigstes Wort. Bei uns kam da die Gans rein, mit Beifuß und anderem gefüllt.
    Latwergige Grüße übern Herbstfluss

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    • Ist doch noch garnicht Herbst ~~~ aber im Groppe bruzzelsts jetzt. Nach einem längeren Trulligang westlich von Westhofen.
      Das verströmende Aroma verheisst gutes Mus.
      Spätnachmittagsgruss vom anderen Ufer des grossen Flusses

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  6. Was Latwersch ist weiß ich als Bub aus Hannover, weil ich seit zwanzig Jahren mit einem goldischen Frangfodder Mädsche durchs Leben gehen darf… 😉

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