Auch in diesem Jahr wieder : Zu guter Letzt

Es ist an der Zeit, das 2018er Jahr zu verabschieden. Von einigen Menschen musste ich mich traurigerweise in diesem Jahr verabschieden, von anderen habe ich mich erleichtert verabschiedet. Ebenfalls in diesem Jahr ist der legendäre Schlagzeuger Jon Hiseman verstorben. Sein letztes Album : JCM – Heroes (2018)…

In diesem Jahr habe ich begonnen, an meiner Lebensbuchführung zu arbeiten. Meine zahlreichen Begegnungen und Kollisionen mit Menschen und Orten. Eher eine Inventur als eine Bilanz wird irgendwann daraus werden.
Ein erstes Beispiel dafür war der vorherige Beitrag  über die Musikapparaturen, die mein Leben begleitet haben. Ich habe einen hölzernen Karteikasten angelegt, in welchem ich auf Kärtchen die entsprechenden Details notiere. Erinnerungen an Menschen, denen ich besondere Erfahrungen verdanke. Orte, die ich kennenlernen durfte, an welchen mehr oder weniger berühmte Menschen gelebt oder gewirkt hatten. Stoff genug für ernste und auch heitere Denkwürdigkeiten, über die hier zu berichten sein könnte.

Die Berichte im kommenden Jahr werden weniger, dafür jedoch persönlicher werden. Die Zeiten für ein ausdruckslos einsames Blendamed-Lächeln sind ebenso vorüber wie das insolvente Bloggeschäft mit der unverbindlichen Hingabe für Hergabe Mentalität.
Im Sinne der Reduktion scheint mir das nur folgerichtig. Mit meinen Photographien werde ich versuchen, die Texte noch treffender zu illustrieren. Ich verweigere mich der Massenware an nichtssagenden Fotos und belangleeren Berichte.

Vermehrte und intensivere Begegnungen mit körperlich oder seelisch-geistig beeinträchtigten Menschen erinnern mich täglich aufs Neue daran, wie gut es mir geht. Wie privilegiert ich bin. Über welche Autonomien ich verfügen kann. Wie frei ich eigentlich bin.

Auch in diesem Jahr konnte ich eines der mich seit vielen Jahren begleitenden Rätsel meines Lebens nicht lösen. Eine Frage, die ich mir immer wieder gestellt habe. Warum wollte ich als Kind und später als Jugendlicher nie irgendetwas werden, hatte keine Vorstellung von einem Traumberuf. Also kein Pilot, Feuerwehrmann oder gar Schauspieler. Nicht mal Bademeister. In diesem Jahr leuchtete mir erstmals der Gedanke auf, die Antwort darauf sei vermutlich belanglos.
Viel wichtiger ist dagegen, dass ich in diesem Jahr öfter gut geliebt als schlecht geschlafen habe. Und das am Horizont immer deutlicher erkennbare neue Projekt befeuert die Lebensfreude zunehmend.

In diesem Sinne wünsche ich allen Besuchern, Lesern und Guggern, ein lichtes 2019er Jahr mit erhellenden Einsichten und erfreulichen Aussichten. Die Zeiten sollen angeblich rauer werden. Und so will das private Lebensglück sorgfältig und kraftvoll erarbeitet werden, denn keinem Menschen wird es geschenkt werden.

„Aber wir verleben unsere schönen Tage, ohne sie zu bemerken: erst wenn die schlimmen kommen, wünschen wir jene zurück.“ (Arthur Schopenhauer : Parerga und Paralipomena, 1851. 1. Band, 5. Kap.: Paränesen und Maximen).

Ich danke allen Besuchern, Lesern und Guggern für ihre Aufmerksamkeit und das Interesse an meinem Blog.

 

 

 

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Trotz aller Reduktion eine überaus lebendige Woche

In der Schublade mit der Aufschrift Krautrock gibts zunehmend grössere Lücken. Vieles scheint mir heute lediglich exaltiert und substanzlos. Was bleiben wird ist das Solowerk des Schlagzeugers der Gruppe Krokodil : Düde Dürst – Krokodil Solo (1971)…

Montags morgens hat man die Naherholungsgebiete der Metropolregionen fast für sich allein. Paradiesisch verlassen. Man ist unterwegs auf den Dämmen entlang eines Flusses oder auf stillen Waldwegen.
Wenn man am Mönchbruch den Wald verlässt, öffnet sich eine kilometerlang gerodete Fläche. Wir halten an und schauen auf die vierfach gesicherte Umzäunung. Stacheldraht oben, Natodraht am Boden. Zwischen den beiden vorderen Zaunreihen befinden sich abgedeckte Laufflächen. Hier hat selbst Unkraut nicht die kleinste Chance. Weiter hinten ein Asphaltband für Einsatzfahrzeuge. So eine Art Kolonnenweg. Nein, Selbstschussanlagen sind nicht installiert.
Ich mache die Kamera fertig, um einen startenden Flieger zu fotografieren. Wir sind an der Startbahn West des Frankfurter Flughafens. Im unsäglichen Lärm der Düsentriebwerke bemerke ich das Polizeiauto garnicht, das kurz anhält neben mir. Offensichtlich fahren sie noch immer Streife an den Zäunen.
Erinnerungen an alte Zeiten werden wach. Die verzweifelte Kampf gegen die berechtigten Interessen der Bevölkerung. Polizeigewalt. Und ein vom Betonierer aufgestiegener SPD Landeschef, der kundtat, wie er mit den Demonstranten am liebsten umgehen würde: „Ich bedauere, daß es mir mein hohes Staatsamt verbietet, den Kerlen selbst eins auf die Fresse zu hauen. Früher auf dem Bau hat man solche Dinge mit der Dachlatte erledigt.“ (Frankfurter Rundschau 22.5.1982).
Und heute schafft es grüner Verkehrsminister nicht, dass eine billige irische Luftfahrtfirma die Nachtflugregelung einhält.

Der Vorsommer legt eine Pause ein. Genüsslich erholsame Spaziergänge für den urbanen Flaneur. Bei der Hitze der vergangenen Wochen waren in den Innenstädten manche Menschen allzu dekoratief und geradezu enthemd unterwegs.
Immer mehr Einzelhandelsgeschäfte werden geschlossen. Mangelnde Rentabilität durch steigende Kosten und rückläufige Käufe. Fehlende Nachfolger. Ich bemerke, dass sogar Wischtelefonläden schliessen. Das ist jedoch kein Trost in dieser trostlosen Situation. Ob aber Geiz wirklich geil ist bezweifle ich zunehmend.

„TSA-Schlösser können von Beamten am Flughafen gewaltfrei geöffnet werden. Für alle anderen bleibt Ihr Koffer verschlossen. Das macht die Trolleys zum idealen Begleiter für USA-Reisen.“ So verkündet es das Angebot von Aldi Nord am 14.6.2018.
Im Jahr 2005 war ich letztmalig in den Junaititt S-tehts. Aus offiziellen Anlass, Ich habe das Land nie vermisst seitdem. Und doch wäre ich jetzt gerne dabei, wenn der Präsident vor einem Publikum auftritt. Im Gegensatz zu vielen Spöttern mag ich den Mann, der mit seiner Politik dafür sorgt, dass wir den wirtschaftlichen und politischen Blick endlich einmal intensiver nach Osten wenden. Denn dort liegt in den kommenden Jahren unsere wirtschaftliche Zukunft.

Seit einigen Tagen kann ich in anderen Blogs nicht mehr kommentieren. Vielleicht handelt es sich dabei lediglich um einen technischen Fehler. Auch anderen Bloggern soll das passiert sein und hin und wieder passieren.
Aktualisierter Nachsatz : dass manche Blogger auf anderen Blogs nicht kommentieren können, könnte mit dem Askimet Angeblichspamvermeider zusammenhängen. Gut möglich, dass Kommentare von mir von diesem Programm geschluckt werden.

Ich wünsche allen Besuchern, Lesern und Guggern ein gediegen illustres Wochenende.

(Fotografieren kann jeder. Meinen viele jedenfalls)

 

Gedankenbrücken zu möglichen Blogreduktionen

Gilt noch immer, wie beim letzten Beitrag : endlich wieder einmal ein richtiger Kracher im Postkasten. Deshalb Dauerrotation. Feiner Gitarrenrock und zeitbezogen kritische Texte. Die Stimme von John Watts ist gereift und entsprechend geglättet :
Fischer-Z – Building Bridges (2017).
Abends beim Stadtrundgang der Dauerrotationsunterbrecher. Musik mit einem K? Musik for the kitchen ! Eine Viermannkapelle mit einer Bandbreite von Rage against the Machine bis Klezmer, vom Volkslied bis zur Filmmusik. Die akustisch dargebotene Musik (mit K !!) zieht das Publikum in ihren Bann. Extraklasse.

Seit gefühlt ewigen Zeiten endlich wieder eine frühmorgendliche Siebenbrückentour auf dem Rad gefahren. Aus Übermut die Kamera im Rucksack. Der winterträge Körper arbeitet schwer trotz des eher geruhsamen Tempos.
Die Siebenbrückentour hat hier eine Tradition. Die Alten nennen sie noch immer Fünfbrückentour. Weil man für die kleine Rundtour in früheren Zeiten nur fünf Brücken überqueren musste. Ich nannte sie selbst in älteren Beiträgen hier im Blog auch Fünfbrückentour. Bis ich die Brücken einmal gezählt habe. Manchmal kommt man weiter, wenn man scheinbar feste Tatsachen überprüft. Alles verändert sich und der Horizont kann sich dadurch weiten.

Viele Fragen kursieren derzeit hinsichtlich neuer europäischer Datenschutzbestimmungen. Einige Blogger sind bereits heftig am Programmieren. Und von denen mit den bescheideneren Kenntnissen, zu denen ich mich zähle, also das Heer der Umsonst- und Billigblogger, die warten erstmal ab. Manche hoffen gar, eine Firma wie WP würde viel ändern.
Dass ich nicht lache. Solche Firmen wurden gegründet, um Kohle zu machen. Verändert wird nur, was die Kasse schriller klingeln lässt. Knete, Asche : umso mehr desto besser. Da gehts nicht drum, Menschen Freude zu bereiten – das ist allenfalls ein Abfallprodukt, das noch nicht monetarisierbar ist.
Ich habe fast dreissig Jahre lang sehr eng mit einer Firma aus den Staaten gearbeitet. Wir hatten eindeutige Verträge. Die Ammis hatten das Recht und die anderen europäischen Geschäftspartner die Pflichten.
Nach dem Mauerfall fragte mich der Senior Export Sales Manager bei einem Lunch in Frankfurt: „Sag´ mal, liegt Frankfurt eigentlich in East Germany or in the West?“
„West-Germany.“
„Und East-Germany hat etwa ein Viertel der Bevölkerung von West-Germany?“
„Wonderful! Dann schaffst Du nächstes Jahr fünfundzwanzig Prozent mehr Umsatz!“
„Wir werden dieses Feld erst nach einem gründlichem research beackern.“
Und dieser Mann kannte für us-amerikanische Verhältnisse viel von der Welt. Sehr viel.
„Ich habe derzeit noch ein ganz anderes Problem : was habt Ihr denn eigentlich hinsichtlich der Verbesserung der Qualität erreicht?“
„Well, gut dass Du fragst. Wir arbeiten hart daran und sich ein Stück weiter gekommen.“
Dabei handelte es sich damals um den „grünen Punkt“, den sie aus Kostengründen nicht auf ihre Verpackungen drucken wollten. Als ich meine Frage stellte, waren bereits zwei Jahre seit der deutschen Neuregelung vergangen. Der böse Bube war ich, denn ich verkaufte weiterhin die Waren in Deutschland. Wäre ich aufgefallen und haftbar gemacht worden, hätten die Ammis sich mit keiner Deutschmark an der Strafe beteiligt. Am Ende haben wir das Problem selbst hier im Land geklärt und gelöst. Von wegen support – wenn ich dieses Wort aus einem Ammimund schon höre.
Daran kann man erkennen, aus welchem grobstofflichem Denktextil dieses Schacherpack gewebt ist. Und wenn ich mich hier kritisch zu dieser Bevölkerung und ihrer Mentalität äussere (und geäussert habe), dann beruht das auf langen eigenen Erfahrungen. Und nicht auf Plattitüden á la: die Ammis haben keine Kultur. Denn eine Kultur haben sie, wenn auch leider eine imperialistische mit dem Ziel, sich die Welt zu unterwerfen, um dann der Welt ihre qualitativ noch immer weitgehend miserablen Produkte zu verhökern.

Zurück zu dem, was meinen Blog betrifft. Wenn bis zum 25. Mai keine befriedigende Lösung in Aussicht steht, werde ich meine Bloggerei nach meinem derzeitigen Kenntnisstand wahrscheinlich einstellen. Bis dahin werde ich zumindest das Kontrollprogramm gravatar so weit als möglich deaktivieren. Denn solche Programme sind im Fokus der neuen europäischen Regelungen. Und die machen in der Tat Sinn.
Was ich dann machen werde?
Ich werde mir wieder mit Menschen Briefe oder Ansichtskarten schreiben. Abends intensive Telefonate führen. Mich mündlich austauschen bei einem Bier – oder zweidreivier.
Zusammensitzen und gemeinsam etwas tun. Sich gegenseitig helfen. Zusammen kochen, essen und trinken. Also dem wirklichen Leben wieder mehr Zeit geben als der virtuellen Scheinwelt.
Wenn ich dies so spontan hinschreibe, freue ich mich schon richtig drauf.
Am vergangenen Wochenende haben wir gemeinsam in einem Garten gearbeitet. Und in Kürze werden wir verreisen und interessanten Menschen begegnen und neue Orte und Wunder entdecken.
Ganz ohne die Wischtastatur einer elektronischen Handfessel, die einen von den eigentlich wichtigen Momenten ablenkt und in einem kleinen Bistrôt den Anblick eines rustikal eingedeckten Tisches versaut.

 

 

(Photographien anklicken : die Galerie öffnet sich selbsttätig)

 

Gelegentlich Feste feiern – das Leben immer feiern

Für die Strassen unter einem sonnigblauen Himmel : der unglaubliche Ärmelmix. Musik aus vier klingend erlebten Jahrzehnten…

Ein grosses Fest steht vor der Toreinfahrt. Die Vorbereitungen dafür laufen, wie jedes Jahr, bereits seit längerer Zeit. Spätestens wenn nach den letzten erfolglosen Anpreisungen mit Billigpreisen kein Mensch mehr einen Schokoladennikolaus kaufen will, beginnt das grosse Umschmelzen. Vergleichbar der Wandlung in der Liturgie wenn aus Fleisch Oblaten werden und aus Blut Wein. Spätestens dann verwandelt die Süsswarenindustrie Nikoläuse in Osterhasen.

Das christliche Fest der Zuversicht und Hoffnung. Und drei freie Tage. Zeit für eine Kurzreise. Überall werden sich Menschen treffen. Ich freue mich schon auf die gesellige Runde. Ein heiteres Zusammensein. Gespräche über dies und das. Unterhaltsam und besinnlich je nachdem. Essen und Trinken an einer reich besetzten Tafel. Die menschliche Nähe verbindet. Eine Atmosphäre des Frohsinns.

Die Frage liegt in der Luft und man kann sie förmlich greifen. Welche menschliche Nähe erfahren die unzähligen Menschen, die in den kommenden Tagen (und nicht nur dann) alleine vor ihren Bildschirmen sitzen oder mit aufgeregt nervösen Fingern ihre Handfesseln bestreichen. Medial vorgetäuschte menschliche Nähe. Kommunikation sicherlich. Aber die gegenseitigen AugenBlicke fehlen. Berührungen, Gesten, der Klang der Sprache. Das Lächeln. Scheinbare Verbindungen, in denen man dennoch unverbindlich bleibt. Weil man selbst masslose Forderungen im Herzen trägt ist es besser, selbst unsichtbar zu bleiben. Was bleibt hinter der Maske, ist die Sehnsucht. Auch in der Sehnsucht wohnt eine Sucht.

Der Himmel ist wunderbar blau. Ich schneide Efeu auf der Au. Das Geraffel ist verpackt und die kleine Reisetasche steht bereit. Ich bringe einen Kuchen mit. Haareschneiden am Karfreitag passt. Alte Zöpfe taugen wenig. Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.

Ich wünsche allen Besuchern, Lesern und Guggern bunte und gesellige Tage. Und denken Sie angesichts der aktuellen Diskussion nach dem neuesten unglaublichen Datendiebstahl daran : der beste Datenschutz in den sogenannten sozialen Netzwerken – sich garnicht erst anmelden. Darauf verzichten können und sich dafür mit wirklichen Menschen in der wirklichen Welt verbinden. Das zählt und das zahlt sich aus.

 

(Photographien selbsterklärend – anklicken macht gross)

 

Wie in den Jahren zuvor: Zu guter Letzt

Meine motiverende musikalische Begleitung für das weihnachtliche Geschenkebasteln:
Rolling Stones – Beggars Banquet (1968) und Rolling Stones – Let it bleed (1969)…

Wie gehabt verweist die Fotografie auf den letzten Eintrag des Jahres. Ich habe mir die jeweils letzten Einträge der vergangenen Jahre erneut angeschaut. Jeder hatte textlich und stilistisch seine ganz eigenen Schwerpunkte. Vieles davon ist inzwischen selbst Geschichte geworden. Fast schon vergessen, zeugen sie von momentaner Gültigkeit. Wenig bleibt.

Für mich war das 2017er Jahr ein gutes Jahr. Ein hervorragendes Jahr.
Ds Reduktionsprojekt läuft prima. Die Lebensfreude ist grandios und beflügelt. Was in jüngeren Jahren noch eine Wunschvorstellung mit gelegentlichen praktischen Versuchen und seit einigen Jahren eine klar umrissene Idee gewesen ist, kann ich nun realisieren. Ein vielfach angeschabter und geflickter Lebensfaden leuchtet nun in schönstem Rot.
Die Autonomie, einige äussere Lebensumstände und vor allem die meinem Herzen nahen Menschen sind Grundlage und Antrieb für das Gelingen. Von einigen merkwürdigen Entwicklungen und tief erlebtem Glück wird im kommenden Jahr konkret in einigen Beiträgen zu berichten sein.

Durch den weitgehenden Verzicht auf die lärmend geschwätzigen Medien beschränken sich besorgniserregende oder traurige Nachrichten auf einen überschaubaren Kreis von Menschen in meinem persönlichen Umfeld.
Ereignisse, auf die ich weder Einfluss nehmen kann, noch die Macht habe, sie zu bestimmen, interessieren mich zunehmend weniger. Dafür will ich dort, wo ich darum gebeten werde oder es für sinnvoll erachte, meine Kraft, meine Kenntnisse und Fähigkeiten zur Unterstützung anbieten.

Ich denke in dieser Zeit an die Menschen, die mir in diesem Jahr, jeder in seiner und auf seine Art, nahegekommen sind. Menschen, denen ich persönlich begegne, kann ich mit einem tiefen Augenblick meine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Den virtuellen Begegnungen danke ich hier auf diesem Weg. Im mündlichen oder schriftlichen Austausch erhielt ich wunderbare Anregungen. Nicht zu vergessen auch einige horizontweitende Lehrstücke. Der Smaragd ist genauso viel wert wie der Diamant.

Ich wünsche allen Besuchern, Lesern und Guggern im kommenden Jahr Gesundheit, Besonnenheit und Lebensfreude


Wer des Lebens Kürze kennt, der legt es klüger an und braucht es zum Vergnügen (Johann Peter Uz – 1720-1796)

 

 

 

Auch mal denken zwischendurch kommt gut

Zwischen den Platten von Pankow laufen als Kontrastprogramm die Scheiben von Vanilla Fudge. Einige sind so sehr dem Zeitgeist verhaftet und klingen dementsprechend uralt, aber manche Werke haben es noch immer in sich. Zur Zeit: Vanilla Fudge – The Beat goes on (1968). Das war damals mein Einstieg in die sogenannte progressive Musik…

In der Tageszeitung die Überschrift: „Ohne Handy geht es nicht“. Die Ergebnisse verschiedener Untersuchungen zum Thema. Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen präsentieren ihre Erkenntnisse. Unterm Strich bleibt wenig Konkretes. Ich erinnere mich an die Diskussion vor Jahrzehnten, ob Fernsehkonsum bei Kindern und Jugendlichen Gewalt erzeugen könne. Oder noch früher in meiner späten Kindheit, ob Comics dumm machen würden. Arbeitsbeschaffungsmassnahmen für Wissenschaftler. Welches Wissen schaffen diese Menschen eigentlich und wem nutzt es wirklich?

Immerhin erkenne ich durch diesen Artikel für mich, dass ich mit den Gebrauchsgewohnheiten hinsichtlich meines Mobiltelefons und meinem Reduktionsprojekt ganz generell inzwischen zu einer konsumistischen Minderheit gehöre. Ein volkswirtschaftlicher Schädling, um es fachlich korrekt zu benennen.
Dazu passt eine Frage,die ich immer wieder einmal bewege und auf die ich bis heute keine für mich befriedigende Antwort gefunden habe. Wie hat das denn funktioniert damals, als sich quasi über Nacht die gesellschaftliche Ordnung im Land änderte. Alle Menschen dabei scheinbar umgepolt worden sind. Wie das am Ende ausgegangen ist, besonders auch für die betroffenen Minderheiten, ist allgemein bekannt.
Meine unbeantwortete Frage kocht auch deshalb wieder hoch, weil ich aus verschiedenen Gründen derzeit viel Umgang mit Menschen habe, die in ihrer körperlichen Bewegungsfreiheit teilweise so stark beeinträchtigt sind, dass sie auf die Hilfe anderer Menschen zwingend angwiesen sind. Ich komme mir hingegen als dermassen beschenkt vor mit meinen weitgehend gut funktionierenden Körperfunktionen, dass ich mich fast schämen möchte. Über was jammere ich eigentlich? Und meine anfälligen Ungeduldseruptionen. Unzufriedenheiten überhaupt. In welchem Verhältnis das alles zu meinem Lebensglück steht, übersehe ich leider nur allzuoft. Ich werde mir meine Dankbarkeit wieder häufiger ins Bewusstsein rufen.

ich habe ein Dach überm Kopf, genug Kleidung und mehr als ausreichend zum Essen und Trinken. Zum Glück auch noch sehr starke Herzensbindungen zu einigen Menschen. Und wir alle sind mehr oder weniger gesund, haben solide Ausbildungen genossen und haben etwas Humor. Wir geben uns jedenfalls Mühe. Wie klein und nichtig sind im Vergleich dazu die tagtäglichen Aufwallungen. Wegen der Berichte in den Medien. Wegen eines nervenden Nachbarn. Wegen einer nörgelnden Kundin. Wegen eines dummen Geschwätzes irgendwo… 

Wenn ich ernsthaft darüber sinniere, wie dankbar ich für mein Leben sein sollte, dann fallen mir gerade eben auch die scheinbaren Störenfriede, die erwähnten Nerver und Nörgler ein, die Humorlosen und die Dummschwätzer. Diejenigen, die verdeckt und verborgen aus dem Hintergrund agieren. Im Grunde muss ich mich für die Begegnungen mit diesen Zeitgenossen bedanken. Sie sind Steine des Anstosses, gewiss, aber sie sind damit auf eine gewisse Art auch Wecker, die mich vor dem Tiefschlaf meines Bewusstseins bewahren. Ohne diese Menschen würde ich nichts verändern an meinem Denken und Handeln. Angenehme Zeitgenossen sind ein Geschenk, eine Erholung im Alltag; aber sie sind keine Veranlassung, sich verändernd weiterzuentwickeln. Daraus kann Lebensglück erwachsen. Das Glück ist meine Entscheidung.

 

(Fotografien, die vorab auf neueste Entwicklungen hinweisen. Unbedingt den Regenbogen anklicken, um die Galerie zu öffnen)