Sichtweisen (XIV) – Blühender Zerfall

Bei dauergrauem Himmel hilft gegen jede Wetterfühligkeit diese neue Werk: Rodrigo y Gabriela – 9 Dead alive (2014)…

Weil ich schon so lange keine Sichtweisen mehr präsentierte und weil es herzensgute Menschen gibt, denen ich gerne Blumen zukommen lassen möchte und überhaupt kann sich jetzt jeder Besucher. Leser und Gugger seinen eigenen Reim machen oder wenigstens seinen Text zu der folgenden Serie.

 

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Sichtweisen (XIII) – Zeit: Konstruktion oder Einbildung

Es muss an der Zeit liegen, merkwürdig wechselhaft ist die Dunkelkammerbeschallung: The Animals – The Mickie Most Years And More (2013) und Harold Budd – Budd Box (2013). Diese Bandbreite dehnt – garantiert die Gedanken und den Blick…

Nach langer Zeit präsentiere ich heute eine Fortsetzung der Serie „Sichtweisen“. Ich sitze am Schreibtisch in der Dunkelkammer und denke über Zeiten nach und die Gedanken verdünnlieren sich in Zeit und Raum. Zeit? Konstruktion oder Einbildung? Und auf einmal kommt Leben ins lichtbildnerische Geraffel.

     (Foto anklicken und gross gugge)


Allen Lesern, Guggern und Besuchern wünsche ich eine gute Woche.

Sichtweisen (XII) – Im Atelier der Wörter

Gegen den vorwochendlichen Wetterblues: Carlos Santana & Buddy Miles Live! (1972)…

Zur Reanimation des Tags, bzw. der Rubrik „Sichtweisen“, unter dem ich ewig nichts gepostet habe, will ich heute etwas ganz anderes versuchen. Durch den Hinweis in einem anderen Blog wurde ich auf wordle aufmerksam.   Normalerweise präsentiere ich in den Sichtweisen mehrere Fotos, die man als Geschichte lesen kann. Wordle ermöglicht es, Texte grafisch zu gestalten. Man gibt einen Text ein und kann ihn anschliessend grafisch bearbeiten. Da ich gerade an einem Text arbeite, probiere ich das Verfahren einfach einmal aus. Aus den abgebildeten Wörtern könnte man den Ausschnitt meines Textes wieder rekonstruieren. Könnte, weil man dazu natürlich die von mir fast ausnahmslos eliminierten Artikel, Präpositionen, Adverben und Konjuktionen wieder sinngemäss einfügen müsste. Die Grösse der Wörter gibt die Häufigkeit wieder, mit der sie im Text verwendet worden sind. Wem es also das Wochenende verregnen sollte, kann sich mit diesem Spielchen die Zeit vertreiben.

Allen Besuchern ein hoffentlich spätsommerlich schönes Wochenende.

Sichtweisen (XI) – Konkret?!

Irgendwoher kommt mir dieser Schnürlregen bekannt vor. Nach einem Hinweis von Inch war ich im Plattenladen und nun läuft hier und passt auch zum Wetter: Kosher Nostra Jewish Gangsters Greatest Hits (2011)…


Interessant finde ich immer wieder einmal die Frage, wie und wo die Grenze zwischen dem Konkreten und dem Abstrakten verläuft. Ist diese gedachte Trennung, die imaginäre Grenze eine Linie oder könnte es vielleicht auch eine diffuse Fläche ohne klar erkennbare Konturen sein? Oft ist man sicher im Unsicheren. Was spontan konkret, also klar und greifbar erscheint, stellt sich bei ruhigerer Betrachtung als etwas ganz anderes heraus. Oft im Leben, so habe ich mir das angewöhnt, lohnt ein zweiter Blick.

Sichtweisen (X) – Luft holen

So könnte es bleiben, das Wetter…

Jeder kennt das. Wenn ein schwieriges Problem haushoch den Blick rundum verwehrt, man von einem Projekt ganz eingesaugt oder anderweitig völlig absorbiert ist, dann verschwimmen die Konturen des Alltäglichen. Beiläufige oder gar bedeutende Informationen, die nicht direkt mit dem Thema zu tun haben werden nebensächlich und treiben dahin auf den Wellen der Belanglosigkeit mit beliebigem Ziel.
Doch kaum hat man sich der Verpflichtungen entledigt, fällt die Last; der Blick wird wieder frei und schweift umher mit einer Leichtigkeit, die vor einigen Tagen noch unerreichbar schien. Das Erwachen der Natur im Frühling beschwingt. Die Kellner rücken Tische und Stühle zurecht in den Strassencafés. Vogelgeräusch schon im Morgengrauen. Mit der entlastenden Entspannung versuchen sich Überflüssigkeiten und Nichtigkeiten vor den Schirm der Wahrnehmungen zu drängen. Da heisst es aufpassen und aussortieren. Gar zu schnell wird die Aufmerksamkeit abgezogen in lebensunwichtige Nebelwelten. Ob wir Papst sind, waren oder jemals wieder werden ist ebenso nebensächlich wie die Fettnapftretereien des Kandidaten einer ehedem sozialen Zielen verpflichteten Partei. Das Aufspüren der lästigen Spämmerei im Blog reizt die Neugier schon eher. Du alter Schwede dachte ich schon als ich mir die Statistik anschaute und bemerkte wieviele Klicks da aus Skandinavien kommen. Zum Glück gibts bessere Werkzeuge, die etwas feiner zugreifen. Und ausserdem kann man sich ja hinter flaschen IP-Adressen verstecken. Wenn ich dann sehe, dass die gleiche Anzahl Klicks vom Schwarzen Berg kommt…
Im Prinzip ist das ja kein allzu grosses Problem. Die Woche über sammeln und am Wochenende alles weglöschen. Letzte Woche (ein Projekt neigte sich zu Ende) habe ich dabei nicht aufgepasst und die letzten hundert ernst zu nehmenden Kommentare versehentlich auch in die Tonne gelöscht. Ärgerlich. Zuerst staunte ich beim Lebensmittelhändler und vermisste unsere Milchpackungen. Das Regal war leergefegt. Also griff ich zu einer anderen Marke. Zurück in der Dunkelkammer klärte mich unser Fernseh darüber auf, dass nach Vogelgrippe, Pferdefleisch und Papstrücktritt nun die Milch dran sei. Futtermittelskandal. Kein Wunder bei den Preisen. Als Doppelhelix lernte ich vor vielen Jahren einen Begriff im Biologieunterricht kennen. Inzwischen scheint sich da eine Bedeutungsvielfalt auszubreiten. Einerseits Konsumenten, die alles nach Möglichkeit immer billiger haben wollen und andererseits Produzenten, die unter dem Wachstumsdiktat immer mehr unters Volk bringen müssen. Das Wort preiswert wird mysteriös. Was ist denn seinen Preis überhaupt noch wert, bzw. welchen Wert spiegelt heutzutage ein Preis noch?

Einige alte Fotos, alle jpg., mit frühen digitalen Kameras im Vorübergehen aufgenommen. Welche Sichtweisen sie eröffnen? Erstmal Luft holen…

      (Foto anklicken gibt grössere Fotos)







Sichtweisen (IX) – Winter ade…

Also wirklich…
…von mir aus kann ich jetzt gut auf Winter, Schnee und das ganze Drumherum verzichten. Unzählige Kleidungsstücke am Körper mit sich herum schleppen. Erhöhte Heizkosten bei eingeschränkter Bewegungsfreiheit. Zusätzliche Schnäpschen zur Wiederbelebung klammer Finger belasten die Leber unnötig. Kein buntes Treiben auf der Strasse. Die Kamera ist fast arbeitslos. Ich will endlich den Dunkeliglu wieder in  kürzeren Zeitabständen verlassen. In leichterer Kleidung unterwegs sein. Draussen zugange sein und dies und das entdecken. Am liebsten mit der Kamera. Was brauch ich Eiszapfen? Ich kann gut ohne Winter auskommen. Wobei, mein erster Winter hier im Land war der leichteste, an den ich mich erinnern kann. Genau genommen war es bis jetzt eigentlich ein unspannend lang gedehnter November. Trotzdem muss man nicht unbedingt mit der Herde laufen. Alles Ansichtssache eben.

     (wie gehabt: Foto anklicken und gross gugge)