Stock statt Stick

Lange nicht gehört, aber noch immer angenehm in den Ohren: Gentle Giant – In a Glass-House (1973)…

Für meine Fusswanderungen benutze ich gerne einen Spazierstock. So einen schlichten, altgedienten von einem meiner Altvorderen. Solides Eschenholz hilft auch gegen die freilaufenden, mehrbeinigen Lebenspielzeuge lernunwilliger Zeitgenossen. Diese alten Stöcke sind den neumodischen sogenannten Sticks (die Bezeichnung allein deutet schon auf schnellmöglichen Bruch hin) haushoch überlegen. Und das nicht nur bezüglich der Stabilität.
Der alte Emil aus meiner Strasse hat mir vor Jahren einmal aufgezählt, wieviel Nützliches sich mit einem solchen Gerät ausrichten lässt und zu was er den alten Stock schon alles hilfreich anzuwenden wusste.

Vor einigen Wochen entdeckte ich auf meiner morgendlichen Siebenbrückentour im Nachbarort auf einem Spermüllhaufen einen Wanderstock. Von oben bis unten und rundum ist er mit zahlreichen Stocknägeln beschlagen. Die legen Zeugnis ab von den Wanderungen seines letzten Besitzers.
Bei den typischen Käufern von Stocknägeln denke ich spontan an den Tegernsee, Oberammergau oder ähnliche aufwühlende Orte. An feuchte Seen im Österreichischen oder Tyrolischen natürlich auch. Kalterer See, so nannte sich der Rotwein der deutschen Brennerüberwinder in den 1950er Jahren. Die noch kühneren Kraftfahrzeuglenker hatten das weithin sichtbare rote G an der vorderen Windschutzscheibe kleben als Beleg für die geglückte Überfahrung der Grossglockner Hochalpenstrasse. Aber ich schweife ab.

An dem wunderbaren Fundstück befinden sich Stocknägel von Orten und Gebieten, die mich nachdenklich machten. Von der Loreley abgesehen, hatte sich der Wanderer in Gegenden bewegt, die mir bekannt sind vor allem als düster, feucht und windig. Auf der Landkarte umriss ich das Gebiet, welches da schrittweise vermessen worden sein mag. Eigentlich handelt es sich dabei eher um keines der touristischen Traumziele.

Das weckte dann doch meine Neugier. Und als ich nur kurze Zeit darauf einen Kommentar in meinem Blog las, begann eine neue Geschichte.

(…)

 

Reduktionsvöllerei

Mein frühes Rock’n’Roll Idol hat das Zeitliche gesegnet. Chuck Berry 18.10.1926 – 18.3.2017. Hier läuft in Erinnerung an die Brilliant Peach Pomade und eine Schachtel Camel ohne, eingedreht im Ärmel eines T-Shirts:
Chuck Berry – The Chess Box (3CDs / 1988)…

In der letzten Woche beim Zwiebelschneiden abgerutscht. Ein tiefer Schnitt im linken Zeigefinger. Ich halte meine Messer stets scharf. Die erzwungen veränderte Handhaltung führte gestern zu einem nicht minder tiefen Schnitt in die linke Daumenkuppe. Den frischen Schnittlauch trifft keine Schuld. Abends beim Essen mit der kross gebackenen Kante eines Baguette ein leichter Schnitt in die Oberlippe.

Reduktion bedeutet nicht Weglassen oder abschneiden um jeden Preis. Wem nutzt die Blutpfütze wenn ein Finger fehlt?
Das Thema Fülle durch Reduktion beginnt auszuufern. Durch interessante Gespräche, Fragen, Anregungen und die Erfahrungen anderer Menschen. Wer reduziert was und warum. Krankheit oder materielle Engpässe fallen spontan ein. Die Gründe sind vielfältiger. Wer durch Schicksalsschläge zur Reduktion gezwungen ist, hat es ungleich schwerer. Dennoch ist es schwierig zu entscheiden, ob es leichter wird, wenn man aus freien Stücken reduziert. Bezieht sich Reduktion nur auf das materielle, konsumistische Verhalten? Welche Veränderungen von Reduktion werden im ideellen Kontext wahrnehmbar? Viele Fragen und noch mehr Aspekte. Aber darum geht es eigentlich garnicht.

Dieser Blog wurde angeregt durch einen befreundeten Blogger. Für Berichte und Fotografien aus einem anderen Land und Lebensumfeld. Zur Information und Unterhaltung im Familien- und Freundeskreis.  Durch die Rückkehr nach Deutschland war der ursprüngliche Sinn dieses Blogs somit erfüllt. Das Thema Fülle durch Reduktion sollte eine Art Abschluss werden, um danach etwas Neuem Platz zu machen.
Um den Besuchern und Lesern und mir langatmig graue Theorien zu ersparen – auch das ist eine Reduktion – werde ich diesen Blog weiterführen und in folgenden Berichten konkrete Beispiele zur Fülle durch Reduktion beschreiben. Wenn diese Beispiele für andere Menschen anregend oder gar motivierend wirken, oder sogar ein konstruktiver Austausch entsteht, würde ich mich glücklich schätzen. Der erste Bericht dazu wird gleich in der nächsten Woche folgen.

Ich wünsche allen Besuchern, Lesern und Guggern ein sonniges Frühlingswochenende.

(Fotografien illustrieren Gedanken, die ihrerseits wieder neue Gedanken erschaffen)

 

Auch das Schlechte lässt sich weiter steigern

Wer weiss woran es liegen mag. Vielleicht weil man als Sehmann den Anfang des 121. Psalms kennen kann („Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, woher kommt mir Hilfe?“). Mag sein, dass der Auslöser ein Musikstück gewesen ist. David Bowie singt „This is not America“: Zu hören ist das Lied auf: Pat Metheny – Falcon and the Snowman (1985) …

Sicher ist dagegen, dass seit der Privatisierung der ehemaligen Deutschen Bundesbahn ein Netzwerk von Privatbahnen entstanden ist. Überaus wichtige Arbeitsplätze sind dadurch geschaffen worden. Für Geschäftsführer mit Firmenwagen, Marketingspezialisten und Softwarespieler. Das alles verschlingt viel Geld. Eines der Ziele scheint dabei die Abschaffung des Service zu sein. Zuspätkommen und Ausfallen von Zügen als letztes Abenteuer auf Reisen für weitgehend entrechtete Kunden und Passagiere.
Ich benutzte eine bestimmte Zugverbindung in diesem Jahr bereits mehrmals. Die private Zulieferbahn für den Intercity kommt dabei regelmässig zu spät.
Der freundliche Mitarbeiter im Reisezentrum der Bahn schreibt mir mein Ticket um. Regulär gebucht, ist diese aktualisierte Verbindung sechsmal teurer als meine ursprünglich gekaufte Fahrkarte. Und eine Stunde weniger dauert die Fahrt obendrein. So viel Glück verdient ein Bahnkunde nicht. Dass ich entgegen der Fahrtrichtung sitzen muss ist da nur ein gerechter Ausgleich. Dabei traue ich der Vorsehung mehr als den Rückblicken. Da beim letzten Umstieg die regionale Bahn heute wieder eine Verspätung von einer halben Stunde hat… Alles, wie wir Reisende es inzwischen still grollend hinnehmen. Aber ganz ehrlich. Wir alle wollen es doch so: immer mehr reisen für immer weniger Geld.

Aber was nutzen all diese Betrachtungen? Reisen mit der Bahn ist zu einem Lotteriespiel mit der Zeit verkommen. Gerade, ungerade, rot oder schwarz. Billigpreise und Verspätungen. Schienenroulette und Black Jack auf zugigen Bahnsteigen.
Verbesserungen im Service werden grossmäulig vollmundig versprochen. Damit ist beispielsweise die überflüssige App gemeint für die süchtigen Handfesselstreichler. Die daddeln derweil die aktuellen Beeinträchtigungen.
Besonders hilfreich finde ich die Ansage, auf welcher Seite in Fahrtrichtung sich der Ausstieg am nächsten Bahnhof befindet. Wie oft würde ich mich sonst vielleicht zwischen den beiden zur Auswahl stehenden Türen verlaufen.

Dabei fahre ich gerne mit dem Zug. Ich komme aus einer Eisenbahnerfamilie. Unter meinen männlichen Vorfahren waren Lokführer und Oberlokführer. Das ist jedoch lange her. Noch länger als die Zeiten, da man noch an interessanten Gesprächen teilnehmen konnte. Heute dagegen bedeutet Schweigen fast schon Reiseglück. Die wichtigtuerischen Handfesselschwätzer zählen auf Publikum im Grossraumwagen. Und muten einem dabei zu, was man lieber nicht hören möchte. .

                                                                      (Foto anklicken zur Grosssichtverbesserung)

Multipelabsurdes Adventsallerlei

Bei den ersten Klängen erinnerte ich mich zurück an damals. Beim Kauf von Beggar´s Banquet und den Weg zurück zum Plattenspieler. Die grosse Spannung. Seit Monaten warte ich auf diese für die Stones sehr ungewöhnliche Platte. Eine Verneigung vor ihren Idolen aus den bluesigen Kaschemmen der USofA. Die Aufnahmen im Studio sollen bloss drei Tage gedauert haben. Das reicht für erdig ehrlichen Blues. Eine Bluesband waren sie nie. Dennoch haben sie ihn drauf:
The Rolling Stones –  Blue and lonesome (2016)…

Es ist richtig und es stimmt ja auch. Hier in diesem Blog wirds immer ruhiger. Mich trösten die Nachfragen per Mail. Das schafft das wohlige Gefühl, nicht vergessen zu sein. Einerseits.
Aber über was soll ich sinnvoll schreiben?
Wen interessiert, wie man ein drei Tonnen schweres Monstrum von einem Tresor in Zentimeterarbeit aus einer Garage schafft. Und dass die Ladefläche eines Zölftonner LKWs fast zusammenbricht beim Aufladen.
Von Mails und Blogbeiträgen, die man an Lebenshelfer weiterleiten möchte, die den Absendern die Köpfe mit einem Schuss Realität waschen.

Viel Arbeit gabs in den letzten Wochen und Monaten. Von den neuesten Erfahrungen mit professionellen Aufkäufern von Büchern, Porzellangeschirren, Metallmöbeln und anderen Überflüssigkeiten schreibe ich lieber nicht. Man möchte gelegentlich zweifeln am Verstand von Menschen, die immerhin einen Führerschein und das Wahlrecht besitzen.
Es ist nicht einfach in diesen Zeiten, wenn man das Leben liebt und freudvoll in die Zukunft sieht. Da muss man hin und wieder Gleichgesinnte suchen wie die sprichwörtliche Stecknadel. Ausserdem bin ich wieder viel unterwegs. Auch da sammelt sich manches an Erlebnissen und neuen Erfahrungen an.

Über Leonard Cohen, seine Musik und wie sehr ich ihm dankbar bin und sein werde für manche seiner Lieder habe ich nicht geschrieben. Mir war die Stimmung verdorben, als ich die vielen Hinweise auf seinen Tod in Blogs wahrgenommen hatte. Solche Plattitüden und Unwissenheit hatte er wahrlich nicht verdient.
Ebenso habe ich es vermieden, über die Präsidentschaftswahlen zu schreiben. Über die hier in Deutschland machen die Komiker im Fernsehen schon jetzt ihre Witze. Und über die in den USofA hat Deutschland gelacht und gespottet. Jedenfalls diejenigen, die etwas auf sich hielten und eine Meinung hatten. Was nichts darüber aussagt, dass sie wirklich durchschaut hätten, über wen oder was sie ihre flachen Witze gerissen haben.

Inzwischen ist wieder Advent. Mir geht schon seit geraumer Zeit mein Jahresendbeitrag für diesen Blog durch den Kopf. Vielleicht freue ich mich einfach, dass ich meine grosse Dunkelheit dieses Jahres erhellend durchdrungen habe. Das mag aber auch mit dem aufregenden neuen Projekt zusammenhängen. Im kommenden Jahr werden weitere Prozesse des Alltags vereinfacht werden. Darüber wird dann vielleicht etwas Berichtenswertes mitzuteilen sein. Hier oder im neuen Blog.
Bis dahin wird der Wechsel langsam und überlegt gesteuert und vollzogen werden. Und deshalb gönne ich mir in dieser herrlich leuchtenden Konsumterrorzeit auch vier Adventskränze. Für jeden Adventssonntag einen. Und weil sie so schön sind und ich mich gegen keinen entscheiden wollte. Und zur Erleuchtung des Ärmelhauses. Und überhaupt.

                                                                            (Foto anklicken bringt sie grösser ins Bild)

Fünf gerade machen

Wilde Mädels: Cobra Killer – Uppers & Downers (2009). Nach dem energetischen Auf und Ab zurück in die sicheren Gefilde des Progrock: Genesis – The Lamb lies down on Broadway (1974)…

Früh erwacht. Nicht zu früh, aber dennoch war die Nacht zu kurz. Das lange Telefonat mit dem anregenden Austausch. Im Aufwachen Erinnerungsfetzen daran. Unterm Blauhimmel wabern Nebelschwaden. Vielleicht sollte man im Älterwerden an die Gründung einer WG denken. Mit welchen Inhalten und Zielsetzungen wäre die zu beleben? Die idealistischen Vorstellungen der Jugendjahre lassen sich nicht einfach wiederholen.
Am Flatterband der Gedanken nach draussen. Es ist kalt, die frische Luft riecht nach Schnee. Nach einer gefühlten Ewigkeit wieder einmal eine morgendliche Vorfrühstücksradfahrt zum Wachwerden. Eine Fünf-Brücken-Tour. Der letzte Nebel auf den Wiesen am Fluss. Am Ufer haben etliche Binnenschiffe festgemacht. Das monotone Klopfen der Dieselmotoren um die Akkumulatoren aufzuladen. An der meistbefahrenen Schleuse Deutschlands herrscht schon reger Betrieb. Die meisten Schiffe haben eine hohe Ladelinie. Die Schiffer warten auf Frachtaufträge. Auf der Maaraue läuft mir beinahe ein Hund ins Rad. Den interessiert nicht das Hierherhierher-Geschrei seines Leinenhalters.

Auf dem Rhein findet die Prüfung für einen Bootsführerschein statt. Das Publikum steht am Ufer. Fachkundige Handbewegungen. Der schneidende Krach eines hochdrehenden Motors schrillt durchs Unterholz. Auf einer versteckt liegenden Wiese Fahrversuche mit dem ferngesteuerten Modell eines Geländewagens.
Das neu aufgestellte Denkmal zur Erinnerung an das gefährliche Handwerk der Rheinflösser. Die allerletzte grosse Flösserei aus dem Schwarzwald fand 1968 statt. Grosse Flossverbände waren bis dreihundert Meter lang. Mit dem Denkmal wird an die lokalen Flösser erinnert. Die letzten Hiesigen verloren 1964 ihre Arbeit.
Die zahlreichen Rheindurchstiche zur Begradigung des Stroms im vorletzten Jahrhundert waren damals das grösste Bauprojekt Deutschlands. Seitdem soll es auch keine Fälle von Malaria mehr geben. Der fielen viele Menschen zum Opfer, die an den Ufern des Rheins lebten.

Gegenüber die Vedute der Stadt Mainz. Auch diese Stadt hat ihre Zwillingstürme. Am linken Rand des Sichtfeldes, also im Süden erhebt sich der Turm von St. Stephan. Erinnerung an eine innige und glückliche Stunde in der vergangenen Woche. Marc Chagall war 95 Jahre alt, als er die zauberhaften blauen Glasfenster entworfen hatte. Sonnenschein taucht das Kirchenschiff in kühles Blau. Das eigene Wärmeempfinden wird dadurch nicht berührt.

Von der Eisenbahnbrücke, der fünften auf meiner morgendlichen Runde, schweift der Blick hin zur Mainspitze. In dieser klimatisch angenehmen Gegend siedeln seit vielen Jahrtausenden Menschen. Vormals reichte das Delta des Neckars bis fast hierher. Die Menschen fanden in den weitläufigen Flusslandschaften ideale Lebensbedingungen.
Ich freue mich auf ein Frühstück. Die alte Landstrasse zwischen den beiden Städten war in meinen Kindertagen von einer beeindruckenden Kastanienallee gesäumt. Die meisten davon mussten der Verbreiterung der Strasse weichen.
Auf meiner letzten Etappe wird die Strasse von der Autobahn unterbrochen. Einige der verbliebenen alten Kastanien leuchten schwach im Morgendunst. Fünf-Brücken-Tour. Das bedeutete in lange vergangenen Zeiten einen ausgedehnten Sonntagsspaziergang. Von daher hat sich auch die Bezeichnung erhalten. Ich muss jetzt aber noch die Autobahn überqueren. Die sechste Brücke. Und auch diese Brücke gibt es bereits seit einigen Jahrzehnten.
Es dauert manchmal lange, bis die Sprache an die veränderten Gegebenheiten angepasst wird. Sowohl im Allgemeinen wie im Besonderen.

Ich wünsche allen Besuchern, Lesern und Guggern eine unangepasste Woche, wo immer das möglich sein wird.

                                                                 (Fotografie anklicken und die Bilder vergrössern)

 

Sag´ mir, Liebster, in welche Richtung…

Sag´ mir, Liebster, in welche Richtung zieht es dein Herz?

Ach, Liebste, in alle Himmelsrichtungen gleichermassen zieht es mich.
Im Osten der Sonnenaufgang hinter der Silhouette der grossen Stadt. Den Hals entblösst, liegt der seidenfein gewebte, ausladende blaue Schal auf der taufeuchten Wiese ausgebreitet, bereit, neues Leben umhüllend in die Welt zu tragen.

In die gradlinige gedankenklare Kälte des Nordens will ich ziehen. Nebligschwadig steigen aus unermesslichen Wäldern die alten Geschichten auf. Eiswindigen Wegweisern folgend bis zu den letzten Menschenwohnungen. Frosterstarrte Herzen zu wärmen gilt es dorten.

Mutanfällige Sprünge in das lodernde Lebensfeuer des Südens. Herzen von Sonne warm erfüllt und Lebensfreude im pulsenden Strom des ewig bewegten Meeres. An den Gestaden sind im heissen Sand Wärmegerüste für menschenfreundliche Gedanken zu schmieden.

Der Friede ruht tief in der Erde des Westens. Blühen wird er durch das Handeln freier Menschen aus dem freien Willen zum Nutzen aller. Erst dann wird man seine Freiheit gewinnen, wenn man diesem Ziel sich annähert und tatkräftig an der grossen Aufgabe mitwirkt.

Pilger sind wir, jeder auf seinem Lebensweg hin zu der einen Destination. Hin zur Mitte. Dorthin ins Zentrum, wo Herzen und Gedanken sich treffen im golden schimmernden Kehlkopf. An diesem Ort wird die Verbindlichkeit der Sprache geschöpft.

Liebste, in all diese Himmelsrichtungen will ich ziehen und jede besingen, wie es ihr zusteht. Du kannst mich hören, sehen und fühlen, immer wenn Du mit mir unterwegs bist.

Aber sage mir, Liebster, an welchem dieser Orte vermag ich Dich denn zu finden?

An welchem Ort? Dieser Ort, Liebste, dieser Ort kann überall sein. Die zentrale Mitte, in der alle Himmelsrichtungen punktgenau zusammenstreben und wo das Sein achtsam umschlossen wird, entsteht überall dort, wo wir uns begegnen, fugenlos im Takt unserer Herzen.

Der Text wurde angeregt durch einen gebloggten Funkenregen und das Lied Refugees, zu hören auf: Van der Graaf Generator – The Least We Can Do Is Wave To Each Other (1970)….